Katholische Kindertageseinrichtungen Hochsauerland-Waldeck gGmbh
Kath. Kindertageseinrichtung Heilig Kreuz Soest
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Sprachförderung

„Das Kind ist eine starke Persönlichkeit mit einer unerschöpflichen Vielfalt an kreativen und phantasievollen Ausdrucksmöglichkeiten. Es kommuniziert unentwegt mit Personen und Dingen in seiner Umgebung, denen in der Erziehung Raum gegeben werden muss. Das Kind besitzt Forschergeist, Entdeckerfreude und Abenteuerlust. Es muss das Recht haben und Möglichkeiten finden, Sprachen zu entwickeln für die Eindrücke, die es aus Kommunikationsprozessen gewonnen hat. Unter Sprachen und Kommunikation wird nicht allein das gesprochene Wort verstanden, sondern vielzählige und vielseitige Ausdrucksmittel.“ (Hundert Sprachen hat das Kind Malaguzzi, Begründer der Reggiopädagogik, 1920-1994)

Alltagsorientierte Sprachbildung

In unserer Kindertageseinrichtung hat die sprach-anregende Bildung einen hohen Stellenwert und wird von allen pädagogischen Fachkräften besonderer Beachtung geschenkt. Dabei orientiert sich unserer Sprachförderung immer an den Bedürfnissen, Interessen, an der Entwicklung und der Lebenssituation der Kinder.

Alltagsorientierte Sprachbildung findet in den Gesamt-Stammgruppen aber auch speziell in Kleingruppen statt. Dabei beobachten, begleiten und unterstützen wir die Sprachbildung des Kindes jeden Alters. Eine begleitete alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung und Dokumentation findet durch das Beobachtungsverfahren „BaSik“ statt, welche einmal jährlich den Eltern in den Elternsprechtagen erklärt und am Ende der Kindergartenzeit ausgehändigt wird.

Bei mehrsprachig aufwachsenden Kindern, beachten wir zusätzliche Aspekte.

Kinder besitzen von Geburt an alle Kompetenzen, sich Sprache aktiv anzueignen. Dabei werden sie von Erwachsenen begleitet und unterstützt.

Den Mitarbeitern der Einrichtung ist ihre Vorbildfunktion bewusst und die hohe Verantwortung, ihrer Sprachwahl. Sie schaffen Sprachanlässe, hören bewusst und interessiert zu und halten dabei Blickkontakt. Die kontinuierliche Beobachtung und Dokumentation der Sprachentwicklung ist für uns selbstverständlich. Dabei dient die Material- und Raumgestaltung als Sprachanregung.

Zur Dokumentation der Sprachstandeserhebung und -entwicklung der Kinder verwenden wir den Beobachtungs- und Auswertungsbogen „BaSik“.
BaSiK bedeutet: Begleitende alltagsintegrierte Sprachentwicklungsbeobachtung in Kindertageseinrichtungen.

Daraus resultieren entsprechende Förderpläne oder Verweise an Logopäden etc. und Austausch mit den Erziehungsberechtigten. BaSiK bietet eine Version für Kinder unter 3 Jahren und eine Version für Kinder über 3 Jahren. Ebenso wird Mehrsprachigkeit berücksichtigt.

Im Folgenden einige Beispiele für die alltagsintegrierte Sprachbildung in unserer Einrichtung:

  • Wir stellen vielfältiges Spielmaterial bereit, dass die Kinder zur Kommunikation anregt, z.B. Kaufladen, Puppenwohnung, Konstruktionsmaterial, Ballbecken, Spieltelefone, etc.
  • Durch gezielte und strukturierte Angebote schaffen wir Sprachanlässe im Alltag, z.B. spielen von Gesellschaftsspielen, Tischgesprächen, Morgenkreis, Experimentieren im Sandkasten, etc.
  • Bewegungsspiele im Morgenkreis und in der Turnhalle
  • gemeinsames Spielen im Außenbereich, Nutzung von Fuhrpark (Taxidreirad etc.)
  • Spiele, Reime, Lieder (Erwerb von Sprachrhythmus, sowie Laute und Silben)
  • Rollen-, Tanz- und darstellende Spiele
  • Bilderbücher, Geschichten und Märchen
  • Zur freien Verfügung stehen den Kindern Bilderbücher
  • Besuche und Ausleihmöglichkeit in der ortsansässigen Stadtbücherei
  • Gesprächsrunden im Morgenkreis über aktuelle Interessen, Erlebnisse, aber auch Wünsche, Gefühle, Bedürfnisse, Befinden und Entscheidungen
  • Partizipation bei der Kindergartenzeitung

Umgang mit Mehrsprachigkeit

Die Kinder unserer Einrichtung kommen aus vielen verschiedenen Herkunftsländern. Das bedingt eine große Sprachvielfalt. Die Fachkräfte akzeptieren, dass die Kinder in ihrer Erstsprache sprechen und wertschätzen diese sprachlichen Lebensbedingungen der Kinder und deren Familien.

Die große Bedeutung der Muttersprache in der zweisprachigen Erziehung unterschätzen wir in keinster Weise und kommen ihr auf respektvoller Weise entgegen.

Kinder, die in jungen Jahren mehrsprachig aufwachsen, sind geistig flexibel und leistungsfähig in ihrer Wahrnehmung. Bis zum dritten Lebensjahr werden bei Kindern die verschiedenen Sprachen in nur einer Hirnregion „abgespeichert“. Ihr Gehirn arbeitet somit besonders effektiv. Beruhend auf dem Prinzip der Nachahmung lernen Kinder mehrere Sprachen genauso gut und sicher, wie nur eine Einzige. Deshalb sprechen Forscher auch vom „doppelten Erstsprachenerwerb.“

Uns ist es aber auch ein Anliegen, die Kinder nach und nach der deutschen Sprache zu bemächtigen. Bei Verständigungsschwierigkeiten, finden wir Hilfe bei Eltern gleicher Nationalität. Eine pädagogische Fachkraft in der Einrichtung ist der russischen Sprache in Wort und Schrift mächtig und dem Team sehr hilfreich, wenn es um Informationsaustausch mit Familien der spät ausgesiedelten Kinder geht.

Informationen des Jugendamtes der Stadt Soest, sowie Förder- und Beratungsstellen stehen der Einrichtung in mehreren Sprachen zur Verfügung. In besonderen Fällen werden auch externe Dolmetscher mit involviert.