Katholische Kindertageseinrichtungen Hochsauerland-Waldeck gGmbh
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U3 – Pädagogische Arbeit

Seit 2012/2013 wurden jährlich 18 Kleinkinder im Alter von ca. 2 bis unter 3 Jahren in unserer Kita aufgenommen.


Seit 2019, im Rahmen einer Konzeptänderung, nehmen wir jährlich  13 Kleinkinder unter 3 Jahren auf, wobei 7 Plätze hiervon für U2 Kinder vorbehalten ist. Die Entwicklungsbegleitung und Alltagsgestaltung bei Kleinstkindern fordert von allen pädagogischen Kräften neue pädagogische Ansatzpunkte.


Dieser anspruchsvollen Aufgabe haben wir uns gestellt. Kleinstkinder dieser Altersstufe entwickeln sich rasant – motorisch, sprachlich und in ihren sozialen Kompetenzen. Je jünger ein Kind ist, umso wichtiger sind verlässliche Bindungen und Beziehungen für die Entwicklung. Die Beziehungsarbeit ist demnach zentral für die gesamte U3-Pädagogik. Grundlage der frühkindlichen Bildungsprozesse ist die „Wahrnehmung mit allen Sinnen“ als Schlüssel zur Weltaneignung. Mit Hilfe der Wahrnehmung beginnen Kleinstkinder die Welt zu strukturieren und Zusammenhänge von Ursache und Wirkung zu erfassen. Dabei differenzieren sie gleichzeitig ihre Wahrnehmungsfähigkeit aus. Kleinstkinder sind von Anfang an darauf aus, die Welt zu verstehen und Beziehungen aufzubauen. Sie sind interessiert an der Kommunikation mit anderen Menschen, senden selbst Signale, nehmen Reize auf und regulieren auf diese Weise, soweit sie können, sich selbst und die soziale Situation. Der Begriff „Forschergeist in Windeln“ ist mittlerweile recht bekannt. Daneben ist natürlich Wissen über die Grundbedürfnisse und Entwicklungsbedingungen von Kindern in den ersten drei Jahren notwendig, um die pädagogische Arbeit daran auszurichten. In allen drei Gruppen haben sich Mitarbeiterinnen speziell auf die Arbeit mit den U3-Kindern fortgebildet.

Unsere U3-Konzeption hat folgende Bestandteile und lässt sich, wie folgt, zusammenfassen:

Orientierung am Wohl, an ihren Bedürfnissen und Rechten der Kinder, Nähe und Distanz der Bindungsebene, Respekt vor den Kindern und deren Familien, einschließlich ihrer unterschiedlichen Herkunft, pädagogische Qualität in Bezug auch auf den Bildungsplan NRW, Aufnahmeverfahren und Eingewöhnung, Gruppenaufteilung, Raum- und Beziehungsgestaltung, Bildungsangebote für diese Altersklasse, Erziehungs- und Bildungspartnerschaft mit den Eltern, Bezug zum Gemeinwesen im Umfeld.  

Personalstruktur

Die U3 Pädagogik erfordert von dem eingesetzten Personal verstärkt Belastbarkeit, Einfühlungsvermögen, Dialogfähigkeit, Wahrnehmungsfähigkeit, Rollenklarheit und Dienstplangestaltung. Eine stetige Qualifizierung der Mitarbeiter ist Voraussetzung, ebenso wie der Kontakt zu Beratungs- und Frühförderstellen.

Wir unterteilen die Grundbedürfnisse der U3-Kinder in 4 Bereiche:

Emotionale Grundbedürfnisse:

Die Kinder erhalten eine verlässliche und verfügbare Nähe zu uns und eine konstante Bezugsperson in ihrer jeweiligen Gruppe. Sie bekommen verlässliche Sicherheit und Geborgenheit durch die Sicherstellung eines hohen Einfühlungsvermögens der jeweiligen Bezugsperson in unserer Kita. Den Kleinstkindern wird emotionale Wärme und Wertschätzung entgegengebracht. Sie dürfen alle Gefühle äußern, wie Freude, Trauer, Zufriedenheit, Ärger und treffen dabei stets auf das Verständnis jeder Mitarbeiterin.

Körperliche Grundbedürfnisse:

Wir bieten den Kindern Bewegungsherausforderungen (Eingangsbereich, Turnhalle, Außengelände). Wir lassen ihnen einen konstanten Bewegungsfreiraum. Wir sichern sensibel die Basisversorgung wie Essen, Trinken, Kleidung, Schlaf und tragen Sorge für eine gute Mittagsmahlzeit und die Möglichkeit, eines Imbisses zwischen den Mahlzeiten. Wir sorgen für gute Pflege, besonders in den Wickelphasen und sorgen für die Erhaltung der Intimsphäre eines jeden einzelnen Kindes. Wir beachten den Wechsel, je nach einzelnen Situationen, von Ruhe, Entspannung und Aktivität des Kindes.

Soziale Grundbedürfnisse:

Wir lassen allen Kindern den Freiraum, bei Situationen selbst Einfluss zu nehmen. Sie dürfen sich eigenständig an allen Prozessen beteiligen (Partizipation). Wir geben ihnen dabei Orientierungshilfen. Wir nehmen sie als einzigartige Person wahr und damit lernen sich Kinder dazugehörig zu fühlen. Insbesondere in unserem täglich stattfindenden Morgenkreis in der jeweiligen Stammgruppe erfahren auch gerade die jüngsten Kinder ihre Zugehörigkeit zu ihrer eigenen Gruppe. Durch einen geregelten strukturierten Tagesablauf mit immer wiederkehrenden Ritualen und den regelmäßigen Kontaktmöglichkeiten entsteht eine angenehme, entspannte und familiäre Atmosphäre, die das das soziale Miteinander jedes Kind prägt.

Kognitive Grundbedürfnisse:

Wir geben den Kindern durch Anregungen in der Spiel- und Raumgestaltung Freiraum zum Forschen und Entdecken. Wir geben ihnen eine abwechslungsreich- und anregungsreiche Lernumgebung. Die Ansprache zu unseren Kleinen erfolgt auf „Augenhöhe“. Wir geben auch Antworten auf Fragen, ob mit oder ohne Worte (Gesten, Mimik, Lächeln). Mit Ereignissen, Dingen und Materialien liefern wir ihnen ein Spektrum an Grunderfahrungen. Wir sehen uns als Vorbild und Begleiter der Kinder. Wir schaffen Kontakte zu anderen Kindern, auch Älteren, durch unsere Familiengruppen (2-6 Jahre), die insbesondere als Mitmacher und Feedbackgeber agieren. Jedes Handeln und Tun von den pädagogischen Fachkräften wird sprachlich begleitet.

Die Wahrnehmung wird durch besondere Angebote innerhalb und außerhalb der Stammgruppe besonders angeregt. (Sand-und Wasserspiele, Lichteffekte, Ton, Knete, u.v.m.).


Wir wollen „Mitspieler“ der Kinder sein und nicht „Animateure“. Es entsteht eine Atmosphäre der Anerkennung und des Wohlbefindens.